Das Jahr 2008

  • Unser Saisonauftakt Nordsee-Distanz Anfang April war von unglaublichem Glück gekrönt: Trotz des heftigen Regens in der Nacht und der ersten Runde konnten wir die Strecke mit allen 4 Beschlägen beenden.

Das Training war völlig ausreichend. Obwohl ich Bedenken hatte, regenerierte Penthi bis zum Schluss in sehr kurzer Zeit. Der sehr schwierige Boden verlangte Sehnen und Knochen in jeder Hinsicht sehr viel ab.

Penthis Beine sind nun aber nach über 4 Jahren in der Lage, bei besonnener Reitweise damit fertig zu werden und sahen bei der Nachuntersuchung und auch am Morgen nach dem Ritt nicht anders als vorher aus. Aber auch der gute Beschlag trug dazu bei, die über 50 km Beton und Asphalt kompfortabel unter uns vorbei ziehen zu lassen.

Dank der hervorragenden Karten und der guten Markierung konnten wir dann unseren ersten Sieg mit sogar 25 Minuten Vorsprung verbuchen.

Im Mai durften wir dann zur Trainerfortbildung ins DOKR: Der Rücken des Distanzpferdes.

Wir werden weiterhin an einem tragfähigen Rücken arbeiten!

Im Mai fiel der sehnlich erwartete 3-Tage-Ritt Märchenland aus. Einziger Ersatz war  Voges du Nord, ein Feuerkreisritt nach Karte. Diese Ritte sind nicht einfach, deswegen sollten sie erst "scheibchenweise" in diesem Jahr in unser Programm. Aber nun half alles nichts: genannt und angereist. Penthi freundete sich gleich nach der Ankunft mit ihrer hübschen Nachbarin an. Die beiden (und auch die Reiterinnen) wurden für das ganze Wochenende ein tolles Team, das sich immerhin mit 195 km auf dem 12. Platz behaupten konnte.

Auberge Ihmstal 

Wir haben so viel gelernt auf diesem Ritt wie auf 20 anderen vorher nicht. Es hat sich wieder gezeigt, dass wir Menschen unsere Pferde viel zu sehr unterschätzen und unterfordern. Penthi zeigte sich nach den 3 Ritttagen mit gleichbleibender Kilozahl trotzdem sie nur Gras verschlang, wo sie der Halme habhaft wurde und war auch im Rücken locker wie nie zuvor auf anderen Ritten.

Das machte dann Lust auf noch mehr Feuerkreis.  Mitte Juni fand die Lethelinie statt. Im Gegensatz zu den Vogesen richtig einfach. Ein ganz herrlich pferdefreundliches Geläuf mit einem ganz besonderen Stopp an einer Forellenzucht. Für die letzten Kilometer kann man sich mit Forellenfilet auf Schwarzbrot stärken. Die Pferde fressen in der Zeit die fette Weide eine Stunde lang kahl. Besonders erfreulich: alle Pferde waren bei der Nachuntersuchung so fit, dass sie ihre Runde glatt nochmal hätten laufen können.

 

Foto: Pauline

12. Juli - ausgestattet mit zwei Trossern (und dem Trosshund) starten wir auf die 82 km im Land der Rappen. In der ersten Pause steht Frühstück mit Lachsbrötchen, Giotto, Kaffee und anderen Köstlichkeiten bereit. Die Reste bleiben dann für die 2. und 3. Pause. Mittendrin an der Ohe - ein Flüsschen mit kleinen rauschenden Staustufen - erwischt uns ein fürchterlicher Schauer von Westen. Es ist aber nicht kalt und der kräftige Wind pustet bald alles trocken.   

Der 2. Schauer etwas später füllt die rechten Schuhe der Spitzengruppe mit etwa 100 ml Wasser an. Auf den letzten 16 km scheint die Sonne zum Endspurt. Bert hat sich in den Kopf gesetzt, die flotte Einzelreiterin zu überholen und schafft es auch. Aber die Spitzengruppe aus 6 Reiter/innen findet kurz vor dem Ziel wieder zusammen und kann die letzten Meter im Schritt reiten, so dass alle Pferde verschnauft auf ihre Paddocks kommen.  - Auch auf diesem Ritt gab es keine Ausfälle. Metabolische Probleme scheinen bei Feuerkreisritten ein Fremdwort zu sein. Jeder kennt sein Pferd so gut, das es nur bis zur Grenze "müde" geritten wird.

Das Buffet am Abend war verdient und sehr lecker, genauso wie der Brunch am Sonntag nach der entspannten Nachuntersuchung. Das Wetter hervorragend, die Hähne früh wach im Duett/Duell und das katholische Glöckchen bimmelte 5 Minuten, der Pfarrer hatte die Zeitschaltuhr exakt gestellt. Nur die Duschen waren teuer - ein Ausblick auf die kommende Energieverknappung?

3 Wochen später, 1. August. 9 - 12 Uhr Ferienspiele mit Voltigiergurt den Lorscher Kindern den letzten Ferientag versüßen. Der Bergsträßer Anzeiger weiß Bescheid:

Lorsch. "Micky Maus", "Douglas" und "Pino" sind ganz friedlich und traben vorsichtig an der Longe im Kreis. Die drei Schulpferde des Lorscher Reit- und Fahrvereins sind Kinder gewöhnt und deshalb für ihren Einsatz beim Schnuppertag im Rahmen der städtischen Ferienspiele bestens vorbereitet. Aber auch "Katja", "Penthi", "Velvet Storm" und "Return" zählen zu den besonders einfühlsamen, braven und gelehrigen Vierbeinern. Sie waren am ebenfalls im Einsatz.

Danach ging es auf einen Happen an die Krippe und auf die Weide, aber doch zügig auf den Hänger zum Schlösschen Wasem in den Hunsrück. 2 Tage à 65 km sind zu absolvieren. Wasserdurchritte sind dabei, steile und sachte Hänge zu bewältigen. Am ersten Tag noch recht langsam, am zweiten Tag deutlich flotter. Der Übernachtungsplatz war herrlich, das Wetter nur kurz nass von oben. Nach dem Zieleinlauf war Penthi einverstanden, sich mit ihren freundlichen Begleitpferden im Badeteich die Beine abzukühlen. Obwohl sie in den Pausen auf Außenstehende ganz schlapp wirkt, zeigte sie in den Untersuchungen keine Ermüdungserscheinungen. Das "Profipferd" schaltet den Modus "Erholung höchste Stufe" ein, sobald Helfer, Eimer und Autos zu sehen sind.

 Fotos vom Schlösschen Wasem-Ritt: Henning Schmidt

Weiter im September - 81 km Herbstlaubdistanz. Der LDR startete gemütlich abseits des Trubels mit 3 Startern und blieb fast die gesamte Zeit beieinander, ein schönes Reiten mit erfahrenen, ausdauernden Pferden. Es überraschte sicher niemanden, dass die Dreiergruppe gemeinsam ins Ziel ritt. Kimbal lag beim BC knapp vorn. Penthi startete mit 4 Hufschuhen und schon vor der Brücke war einer hinten im Maisfeld hängen geblieben. Die anderen 3 krallten sich tapfer fest und erreichten das Ziel unbeschadet.

4. Oktober 2008 - Eichwalddistanz, diesmal mit einem KDR 45 km und kühlem Nieselwetter am Vormittag. Penthi war erfreut, mit 2 Stallgenossen anzutreten, doch die liefen den EFR mit 30 km - und sogar schneller als Penthi - mit besten Werten. Unsere grell-pink gefärbten Hufschuhe erregten Aufsehen beim Warmreiten. Sie schützten die Hufe glücklicherweise gut auf einigen schrecklichen Schotterpisten und Straßen. Etwas blass von der Anstrenung auf den tiefen, weichen Sand-Reitwegen erreichten gleichzeitig mit dem Pferd - aber doch reichlich blass - das Ziel. Trotz der kurzen Strecke ein Stressritt: am selben Tag an- und abreisen, das hatten wir 2008 kein einziges Mal! Gemütlichkeit und Muße bleiben auf der Strecke. Dank eines ungewohnt großen Helferteams hielt sich das "Dauergetüdel" in Grenzen. Hier kommt mein Dankeschön an alle, die unseren Pferden einen gesund überstandenen Ritt beschert haben.

6. Dezember 2008 - Nikolaus Distanz

von Braunhardt bei Darmstadt nach Staffel im Odenwald. 48 km durch Regen und Schlamm in ein weihnachtlich erleuchtetes Ziel mit warmen Getränken und heißer Suppe. Unsere Mitstreiter Ines und Samu haben den Ritt trotz des Wetters zu einem Spaß von Start bis Ziel gemacht! Beide Pferde kamen zufrieden über die Strecke und teilten sich an der Hauswand einen Sack voller Heu - obwohl immer einer den Sack ein bisschen zu sich herüber zog!